„Das haben wir schon immer so gemacht!“ – Ein Totschlagargument für Kreativität. Das hält selbst die beste Ehe kaum aus.
Wo soll denn bitte schön das Leben hingehen? Was ist mit Veränderung? Diskutieren Sie das einmal mit einer Marone hinsichtlich Kreativität zum Wachstum. Obwohl, in Anbetracht der Erhabenheit und Anmut der Riesen ist eine höfliche Bitte zum Gespräch angemessener.

Ich hab es gemacht. Heute. Denn im Garten stehen sogar zwei Maronenbäume und da hat sich vor Jahren ein Ginko einfallen lassen, dass es sich unter dem wundervollen grünen Kleid und der stattlichen Krone vortrefflich leben lässt. War zu Anfang auch so. Ginkos wachsen langsam, aber sie wachsen. Um mit zunehmender Größe genügend Sonnenlicht zu erhalten, nahm sein Stämmchen elegant die ein oder andere Kurve.

Ich schaute mir das eine Weile an, die Situation lief allmählich aus dem Ruder. Es bestand Handlungsbedarf, denn ein Bonsai sollte der Ginko keiner werden. Es ging um zwei Äste von der Marone. Die sollten ab! Es war entschieden, musste sein.

Ich sprach natürlich mit ihr. Das ist übrigens völlig in Ordnung. Man darf im 21. Jahrhundert mit Bäumen sprechen, weil es gibt diesen Biophila-Aspekt. Heilung aus dem Wald. Langer Rede kurzer Sinn. Der Gärtner kam, die Äste fielen. Der Ginko geht auf Wachstumskurs.

Kreativität funktioniert übrigens nur in lebenden Systemen – starren Strukturen versagt sie sich!

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