Nachfolgend ein Auszug aus meinem Buch geschrieben am 29.01.2017 – das vollständige Script liegt bereits mehreren Verlagen seit diesem Zeitpunkt vor. Mit dem Verleger Christian Strasser entschieden wir am 25.07.2017 die Veröffentlichung hinauszuschieben. Zitat: “Ich glaube, liebe Petra, die Zeit ist noch nicht reif dafür. Die Menschheit hat die Schmerzgrenze noch nicht erreicht. Meine Empfehlung ist, das Projekt für 2-3- Jahre an die Seite zu legen.”

Nachfolgend ein Auszug aus dem Buch:

Wo geht das Geld hin?
Der Zusammenbruch der internationalen Finanzmärkte ist im vollen Gange. Die Frage ob der Euro bleibt ist keine. Das wurde längst von den Drahtziehern beschlossen. Die Frage lautet anders: „Wie machen wir´s?“

Gerechnet wird mit einem Crash von etwa einer Woche in der alle Finanzströme versiegen. Krisenszenarien sind durchdacht. Für den Fall einer vorübergehenden Knappheit sollen Bargeld zum Tausch, Wasser, Lebensmittel und Kerzen als Reserve in jedem Haushalt bereitstehen, empfiehlt mittlerweile sogar die Regierung im Zivilschutzplan am 21.08.2016. Das hat also eine andere Dimension als die Prophezeiungen irgendwelcher pseudoapokalyptischen Reiter der Vergangenheit.

Um zwischenzeitlich das neue Finanzwesen aufzubauen ist allerdings ein tragfähiges Vorbild notwendig. Die Welt wird  möglicherweise in eine andere Richtung sehen – müssen. Es wird nämlich jemanden geben den die kommende Krise fast kaum berühren wird: Das islamische Finanzwesen.

Neben vielen anderen Regeln gilt in den Finanzgeschäften das allgemeine Zinsverbot, das Verbot der Spekulation, das Verbot des Glückspiels. Das allgemeine Zinsverbot verbietet es Banken  Geldzinsgeschäfte durchzuführen, die aber Grundlage für das normale Kreditgeschäft von Banken sind. Um dennoch Kreditgeschäfte machen zu können, wurden von den Banken neue Kreditformen auf Basis von Sachmittelkrediten entwickelt, die zur Schari’a konform sind. Sagt ein Finanzprofi.

Die Welt, auch die Finanzwelt, wie wir sie kennen, wird untergehen, das ist gewiss. Wir besitzen jedoch Einfluss auf die Neugestaltung durch unsere innere Haltung. Mehr als uns bewusst ist. Komplementäre Ökonomie beispielsweise: Geld für Gemeinschaftsnutzen zu formen um Wertschöpfung die in der Region entsteht, auch in der Region zu halten. Vielleicht werden wir irgendwann in weiter Zukunft kein Geld mehr besitzen, sondern in anderen Dimensionen denken.

Das Leben selbst ist ein Konsumgut geworden
 In The Ascent of Humanity (dt. Titiel: Die Renaissance der Menschheit) beschreibt Charles Eisenberg diesen Prozess: Die Verwandlung des sozialen Kapitals, des natürlichen Kapitals, des kulturellen Kapitals und des spirituellen Kapitals in Geld:

„Damit die Wirtschaft weiter wachsen kann und das (auf Zinsen basierende) Geldsystem auch weiterhin überlebensfähig bleibt, müssen eigentlich auch die Natur und die menschlichen Beziehungen immer mehr zu Geld gemacht werden. Vor dreißig Jahren beispielsweise wurden die meisten Mahlzeiten zu Hause zubereitet. Heute werden etwa zwei Drittel aller Mahlzeiten außer Haus zubereitet, in Restaurants oder entsprechenden Abteilungen im Supermarkt. Aus einer ursprünglich unbezahlten Tätigkeit, dem Kochen, ist eine Dienstleistung geworden. Und davon sind wir reicher geworden. Oder?

Ein weiterer Motor des wirtschaftlichen Wachstums in den letzten drei Jahrzehnten, Kinderbetreuung, hat uns ebenfalls reicher gemacht. Wir sind jetzt davon entlastet, uns um unsere eigenen Kinder kümmern zu müssen. Stattdessen bezahlen wir Experten, die das sehr viel effizienter machen. In früheren Zeiten war auch die Unterhaltung kostenlos für alle. Jeder spielte ein Instrument, sang, spielte bei der Theateraufführung mit. Noch vor fünfundsiebzig Jahren hatte jede amerikanische Kleinstadt ihren eigenen  Musikzug und ihr eigenes Baseballteam. Jetzt zahlen wir für diese Dienstleistungen. Die Wirtschaft ist gewachsen. Hurra.

Die Krise der wir heute gegenüberstehen, ist aus der Tatsache entstanden, dass es kaum noch soziales, kulturelles, natürliches und spirituelles Kapital gibt, das sich zu Geld machen ließe. Jahrhunderte, Jahrtausende beinahe ununterbrochener Gelderzeugung haben  uns so mittellos gemacht, dass wir nichts mehr zu verkaufen haben. Unsere Wälder sind irreparabel zerstört, unsere Böden sind ausgelaugt oder werden ins Meer geschwemmt, unsere Fischgründe sind leer gefischt, das Regenerationsvermögen der Erde zum Recyclen unserer Abfälle ist erschöpft.

Unser kultureller Schatz an Liedern und Geschichten, Bilder und Symbolen wurde geplündert und urheberrechtlich geschützt. Jeder kluge Satz, der einem nur einfallen kann, ist bereits ein geschützter Slogan. Unsere ureigenen menschlichen Beziehungen Fähigkeiten sind uns genommen worden und werden uns jetzt wieder verkauft, sodass wir nun von Fremden und damit vom Geld abhängig sind. Das Leben selbst ist ein Konsumgut geworden. Heute verkaufen wir auch noch die letzten Reste unseres göttlichen Erbe: unsere Gesundheit, die Biosphäre und die Genome, ja sogar unsere eigenen Gedanken. Das ist der Prozess, der in unserem Zeitalter kulminiert.“

Und, wie ein lieber Freund von mir sagt: „Wir leben in einer Zeit in der Werte verloren gehen. In jeder Kultur.“

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Foto: Ariel Greith